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Die Unfassbarkeit im konventionellen Gewand

AM AMERICAN CRIME ist nämlich narrativiertes Schauspielerkino, das in hübsch zurecht gemachtes, glattes Geschenkpapier eingewickelt ist. Das fängt mit einer Ellen Page als fehlbesetzte Kämpferin ohne Motiv (anstatt verängstigtem Mädchen) an, und hört bei Katherine Keener als sexy diametrale, aber labile Milf-Hunterin (anstatt inhumane Horror-Mutter) auf. Alles schön zurechtgestutzt. So auch die Tatsache, das wir uns hier im White Trash der 60ies bewegen, ohne davon je etwas zu spüren.
Der Schauder an AN AMERICAN CRIME entsteht praktisch vollkommen aus den Tatsächlichkeiten, die der Film ohne Blick fürs Filmische abbildet. Page und Keener spielen klasse ohne Frage, nur was sie da spielen müssen ist doch zweifelhaft. Letztlich führt sich der Film vor allem auch dadurch ad absurdum, dass er mehrmals (und natürlich vor allem am Schluss) ungeniert einem Pathos frönt, das einem schlecht werden möchte. Als würde er nicht einmal auf den Horror der Tatsachen vertrauen.
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